Tourenabschnitte Markierung Entfernung
Spindelmühle - Hackelsdorf (Herlikovice) Bustransfer 7 km
Hackelsdorf - Dumlichtal - Hinterer Heidelberg (Pod Zadním Žalım) gelb 3,2 km
Hinterer Heidelberg - Heidelberg (Zaly) rot 2,3 km
Heidelberg - Finsterstein (Serin) - Schwarze Koppe (Pod Cernou Skalou) rot 6,2 km
Schwarze Koppe - Harrachfelsen - Spindelmühle blau/grün 7,1 km

Gesamt : 18,8 km ca. 5 Stunden
Einkehr: Heidelberg Bistro, Büfet "Na Rovince"

Um die heutige abwechslungsreiche Panorama- und Waldwanderung zu geniessen fahren wir von Spindelmühle zunächst mit dem Bus Richtung Hohenelbe vorbei an der fast 1 km langen Elbtalsperre die als Impuls von verheerenden Naturkatastrophen, die zum Wendepunkt des 19. und 20. Jahrhunderts, als Folgen einer rücksichtslosen Bewirtschaftung des Waldbestandes durch unsere Vorfahren, das Tal heimgesucht haben,erbaut wurde.

Rechts fällt unser Blick auf die Wiesen-Enklave Hintere Krausebauden. Diese Bauden wurden Mitte des 16 Jh. von Holzfällern aus den Alpenländern gegründet. Kurz vor Hohenelbe steigen wir bei den "Heidelberghäusern" in Hackelsdorf (Herlikovice) aus,wo sich unter anderem eine Liftstation zum Heidelberg befindet.

Wir nehmen aber nicht den bequemeren Lift sondern wählen nach Überquerung einer Brücke über die hier noch moderat fließende Elbe rechts den gelb markierzten Wanderweg. Dieser leitet uns in das urwüchsige Tal durch welches der Dumlichgraben niederplätschert der hier bei den Heidelberghäusern in die Elbe fließt.

Aufwärts geht es diesen, in der ersten Hälfte neu instandgesetzten Weg, am Osthang des Heidelberger Rückens, der steil ins Elbtal abfällt, entlang. Er wird auch als Heidelberger Ziegenrücken bezeichnet, da er in einem Grate, wie er sich uns beim Spindelmühler Ziegenrücken recht auffältig zeigt, nicht unähnlich ist.

Der Flug eines Falters geht zwischen den braunen Stämmen über die großen Blätter gefiederter Farne hin, als lockte er in die durchsonnten Höhen empor Nachdem man den steilsten Anstieg geschaft hat (270 Höhenmeter)geht es abwechselnd mal auf einem Fahrweg dann wieder ein Fußsteig mäßig aufwärts durch gemischten Waldbestand bis zu einer Wegkreuzung.

Leise rauschend grüßen die riesigen Fichten und nehmen uns in ihr Bereich auf. Gleich den Säulen eines Domes strebten die Stämme gen Himmel, sich zu einer grünen Kuppel wölbend und die darunter Hinschreitenden mit einer geheimnisvollen Dämmerung umwebend. Hin und wieder zeigten sich gewaltige Gestalten gleich Riesensauriern, welche sich in der Nähe als verwitterte Wurzelstöcke umgebrochener Urwaldfichten erweisen. Sie streckten wie drohende Arme die vom Sturm aus dem Erdreich gehobenen Wurzeln gespenstisch dem Wanderer entgegen.

Nun betreten wir den Hauptkammweg der von Spindelmühle zum Heidelberg führt und die Bezeichnung Buchar - Weg trägt. Dieser in der Vergangenheit sehr berühmte Wanderweg, sowohl als Sommer- und Winterweg, auf dem ein Oberlehrer Buchar aus Niederstepanitz Wanderer ins Riesengebirge begleitete trug auch die Bezeichnung "über drei Hügel" (Finsterstein,Schwarze Koppe und Mooshübel)

Wir halten uns links und schreiten gemächlich den Fussteig, der umsäumt durch dichten Fichtenwald ist,anfangs auf fast samtweichen und ebenen Boden später etwas ansteigend zum Engelsberg, der auch oft der Hintere Heideberg genannt wird,empor.

Ruhe und die Stille des Waldes wird durch nichts gestört, denn auch in den wildreichen Revieren bleiben die meisten Waldtiere über Tag in ihren in Dickicht verborgenen Schlupfwinkeln. Auch die Vögel, die alltäglich in der Frühe ihre Jubelhymnen erklingen lassen, verstummen bei fortgeschrittener Tageszeit.

Ist man auf dem oben am Waldrand sich hinziehenden Fahrwege angelangt und wendet sich erst links dann wieder rechts ermöglichen uns die abgeholzten Stellen hier an der Westflanke die durch neuartige Waldschäden entstanden sind weite und abwechslungsreiche Aussichten, während tief unten die Kleine Iser fließt.

Indem man dem Weg folgt erreicht man bald eine Waldschneise durch die man auf den Gipfel des Heidelberg 1026 m gelangt.

Der Heidelberg zeichnet sich aus durch einen im Jahr 1892 von der Sektion Hohenelbe des Oesterr. R.-G.-V. und auf Kosten des Grafen Johann von Harrach errichteten 18 m hohen Aussichtsturm (an der Stelle eines eiseneren Aussichtsturms der hier mal stand) und einer Restauration.

Kündeten 2005 nur noch Fundamentreste von dieser Lokalität welche während des zweiten Weltkrieges aufgegeben wurde ist an dieser Stelle nun ein originalgetreuer moderner Nachbau errichtet worden

Das prächtiges Panorama auf einen großen Teil des Riesengebirges und auf das ihm vorgelagerte Hügelland verhalf diesem Ort zu einem lohnende Wanderziel für Touristen und Ausflügler

Und in der Tat, hat man den Turm bestiegen erkennt man im Westen die Spitze des Jeschken bei Reichenberg, die Felsen von Gross- und Klein-Skal, den Tabor, die Kumburg u.s.w. Hohenelbe sieht man von da wie aus der Vogelperspektive. Malerisch liegt am Fuße des Heidelberges das Dorf Stepanitz.

Unser Blick dringt bis zu dem in bläulichem Nebel verschwimmenden Kamme des Erzgebirges, aus dem sich der spitze Sonnenwirbel auftürmt, ruht dann auf den Höhen des böhmischen Mittelgebirges aus und auf jenen der Lausitz, denn nicht minder anziehend ist die nächste Umgebung.

Im Nordwesten zeigen sich die runden Berge des Isergebirges mit dem Sieghübel, der Tafelfichte und dem Heufuder. Im Anschluß zeigt sich der Teufelsberg.

Im Norden auf dem Hauptkamm des Riesengebirges sind von links nach rechts die ehemalige Schneegrubenbaude beim Hohen Rad, die Stumhaube und der Mädelkamm zu sehen.
Im Nordosten schließlich die Schneekoppe.Es zeigt sich auch die Rundung des Schwarzenberg als markante Erhebung im Osten.

Über den Heidelberg, im slawischen Zaly genannt was auf Zalov schließen lässt und somit auf eine slawisch - heidnische Begräbnisstätte hinweist, berichtet eine Sage das hier einmal ein Schloss stand, das mit der Feste zu Hohenelbe durch einen geheimen Gang verbunden war.

Das das nur jedenfalls eine Fabel ist, beweist wovon sich jeder überzeugen kann, das nicht ein Stein vorhanden ist welcher Mauerreste vorstellen könnte.

Vom Aussichtsturm führt uns wieder der Bucharweg nun grob nordwärts zurück über den Kamm des Engelsberges (1035 m) Richtung Spindelmühle. Abwärts gehend erreicht man nach Ueberschreitung des Johannes- oder Buchberges 947 m (Jansky vrch) den flachen Sattel Rovinka (Na rovince (846 mü M). Hier verband der Fahrweg zwei Gebirgsdörfer der Harrachschen Herrschaften zum einen die Krausebauden,zum anderen Friedrichstal mit Starkenbach.

Hier an dieser Stelle könnten wir rechts einer Strasse folgen um schon bald darauf aus dem Walde ins Freie treten zu können und ohne den Wald nochmals zu betreten, an seinem Rande bergab zu den Kuckuckhäusern,den Kuckuckssteg überschreitend die Elbtalstrasse erreichen. Unweit der sogenannten Elbeklemme wo die Berge so nahe zusammenrücken das sie nur einen überaus schmalen Pass zwischen sich lassen.

Dieser Weg würde uns, nachdem wir ausgiebig unser Auge an der Fernsicht geweidet haben nun das Elbetal selbst, das zu unseren Füssen liegend, wohl beeindrucken. Denn tief unten windet sich - ein lebendiges, hell glitzerndes Band, der Strom dessen Rauschen ein Windhauch bis zu uns emportragen würde.

Aber auch der grün markierte Weg an den Dreihäusern vorbei der durch Wald führt und erst in Krausebauden selbigen verlässt wäre eine Abkürzung um zu unserem Ziel zu gelangen, wo sich eine prächtige großartige Aussicht auf den Ziegenrücken, Spindelmühle und die Planur bieten würde.

Wir wandern jedoch kurz entschlossen weiter über den Finsterstein (Serin)-1027 m. Auf einem schattig kühlen Waldwege geht es bergan, es duftet nach besonnten Harz und Unterholz.Immer steiler steigt nun der Pfad im Zickzack hinauf an. Oftmals ist er in dem hohen Blaubeerkraut oder über die schwellenden Moospolster, welche vom dunkelsten Oliv bis zum zarten Weißgrün sich abtönten, kaum sichtbar.

Am Finsterstein, einem charakteristischen steilen mit einer spitzen Felsmasse, den Eschersteinen gekrönten Bergkegel besitzt der Bergzug des Heidelberges einen wertvollen jedoch unbekannten und unbesuchten Aussichtspunkt.

Gewaltig breitet sich von hier aus gesehen der Kamm des Gebirges aus,in seinem endlosen Auf und Ab der Gipfel von der Koppe bis hinüber zum Reifträger und Hochstein. Er liegt wie eine Schwelle vor dem großen Schweigen der Ewigkeit,die sich mit ihren unendlichen blauen Himmel darüber ausspannt. In der Mitte aber grüßt wieder das Bild der Kleinen Sturmhaube, das Wahrzeichen dieses Stückes Welt

Die Ersteigung der Eschersteine wäre zwar schwierig jedoch lohnend.Denn die Aussicht würde der vom Engelsberg gleichen doch würde sie eigenartiger und düster durch die einsame Umgebung wirken.

Ein schmaler Blaubeerpfad führt uns auf einen Hang hinauf, auf dem sich plötzlich graues Felsgestein auftürmt, überwölbt von der großen, aufgebreiteten Krone einer alten Buche, deren Wurzeln zwischen den Steinen ihre karge Nahrung finden. Wir stehen auf der Schwarzen Koppe (1038 m )auch Schwarzfels genannt mit dem markanten Dreistein (Cerna skala)

Der Ursprung des Namens Schwarze Koppe,ursprünglich mal Schwazer Koppe umgangssprachlich dann auch Schwozer Koppe, läßt sich wahrscheinlich auf die hier einst ansässigen Holzknechte, die hierher der königliche Berghauptmann Christoph von Gendorf kommen ließ und welche zu vielen Hunderten mit dem Fällen und Fortschaffen des Holzes beschäftigt waren zurückführen.

Diese hieß man insgemein Schwazer. Sie stammten wohl nicht alle aus Schwaz in Tirol, wahrscheinlich aber der Mehrzahl nach und so wurde der Name zum Kollektivum.

Wir erreichen eine Wegekreuzung und schreiten weiter auf dem Bucharweg zum Hang des Mooshübels der sich bei den Harrachfelsen (1035 m ü. d. M.), einem Phyllit-Glimmer-Felsausläufer befindet und legen abschließend eine kleine Ruhepause ein.

Von hier aus, öffnet sich eine wunderschöne Aussicht auf die Kesselkoppe mit beiden Gletscherkaren der Großen und der Kleinen Kesselgrube und auf den Kamm des Halsträgers - Krokonosch, auf dessen südlichen Hängen die Masaryk - Bergstraße erkennbar ist.

Östlich, tief unter uns liegt das Elbtal mit Spindelmühle, die Vorberge der Planur, die steilen Hänge des Ziegenrückens, sowie das Riebeisen

Sie alle heben aus dem engen Tal ihre mächtigen, teils mit schwarzgrünen Forsten bekleideten, teils mit Trümmergestein bedeckten oder im Schmucke saftiger Alpenmatten prangenden Kuppen empor,an deren schroffen Abhängen die unregelmässig verstreuten Bauden kleben. Hoch darüber schauen noch die Häupter der Planur und des Keilberges des Heuschobers, des Brunnberges in den Himmel.

Rot leitet uns schließlich noch ca. 1km ins Zentrum von Spindelmühle wo wir diese Wanderung glücklich beschließen.